52025
Château Mignan Pech Quisou 2013, Minervois AOC
Wortreich - Château Mignan
Siran ist ein pittoreskes Dörfchen im äußersten Norden der Appellation Minervois. Hier bewirtschaftet Christian Mignard zusammen mit seiner Frau Carole das 16 Hektar
große Familienweingut, das seit vier Jahren als Bio-Betrieb zertifiziert ist. Christian ist ein Kerl wie ein Schrank und macht nicht viele Worte. Das Reden überlässt
er seiner Frau - und noch lieber lässt er seine Weine für sich sprechen. Die haben dafür den Freunden charaktervoller Rotweine einiges zu sagen. Die Trauben für
seinen Minervois "Pech Quisou", drei Viertel Syrah und ein Viertel Grenache, stammen tatsächlich von der letzten Weinbergsterrasse der Appellation. Dahinter ist
nur noch urwüchsige Landschaft, und das Bukett dieses kraftvollen Rotweins erzählt von reifen dunklen Beeren, Garrigue und lichten Eichenwäldern. Im Mund zeigt
sich der samtige Rote nicht weniger komplex: Die perfekt gereiften Tannine berichten von der Sonne, die hier die meisten Stunden des Jahres zubringt.
Kurz: der richtige Wein für alle, die sich bei winterlichem Schmuddelwetter nach ein wenig Wärme sehnen.
52019
Domaine Piquemal Tradition 2013, Côtes du Roussillon AOC
Betörend - Domaine Piquemal
Die Domaine Piquemal ist ein reiner Familienbetrieb und wird von der französischen Fachpresse als sichere "Bank" gehandelt, wenn es um die klassischen Weine
des Roussillon geht. Jahr für Jahr stellen Annie und Pierre Piquemal Weine auf konstant hohem Niveau vor. Auch ihr Côtes du Roussllion Rouge Tradition 2013
ragte bei unserer großen Roussillon-Verkostung heraus, obwohl wir selten eine so hohe Leistungsdichte erlebt haben wie bei dieser Vergleichsprobe. Die Cuvée
aus Grenache Noir, Syrah und Carignan von im Schnitt 35 Jahre alten Rebstöcken ist ein wunderbarer Roter für kalte Winterabende. Aus dem Glas steigt ein
betörendes Bukett von Kirschen, Brombeeren und Gewürzen, das am Gaumen in der üppigen Frucht von dunklen Beeren seinen Widerhall findet. Die feine Fruchtsüße
und samtweiche Tannine runden das Bild ab.
52024
Michel Mas - Casa Délys Ouest 2013, Pays d'Oc IGP
Richtig - Domaine Casa Délys
Fünfzehn Jahre unterstützte Michel Mas seinen Vater Paul auf dem elterlichen Weingut im Nordosten von Beziers, dann packte er seine Koffer. Weit musste er sie
nicht tragen, denn sein neues, eigenes Gut grenzt unmittelbar an die Weinberge des Alten, und mehr wollte er uns zu dieser "Familienangelegenheit" nicht sagen.
Das war auch gar nicht nötig, denn sein Terra Casa Délys Ouest beweist, dass es die richtige Entscheidung war. Der mächtige Rote aus 100 Prozent Cabernet
Sauvignon stürmt die Nase mit Aromen von Cassis, Brombeeren, Veilchen und Rhabarber und entfacht am Gaumen ein wahres Feuerwerk. Die konzentrierte Frucht
von schwarzen und roten Beeren wird eingerahmt von feinen Karamellnoten und im Finale gesellt sich gegrillter Paprika hinzu. Präsente, aber gut eingebundene
Tannine halten das ganze Spektakel beisammen.
52022
Château Saint Jacques d'Albas 2012, Minervois AOC
Formidabel - Château Saint-Jacques d'Albas
Graham Nutter ist zwar noch kein alter Bekannter, aber ein guter. Sein Minervois war der Shootingstar unserer letztjährigen Weihnachtsselektion, und wir hätten
den faszinierend komplexen Roten gerne ins Sortiment übernommen. Allein die Mengen reichten nicht. Jetzt sind wir bei Mr. Nutter wieder vorstellig geworden und
konnten für Sie eine Partie seines 2012er Minervois "Le Château d'Albas" sichern. Wie schon beim 2011er ist dem Gentlemen aus der Londoner Upperclass mit der
Unterstützung seines Önologen Richard Osborne mit dem Folgejahrgang wieder ein formidabler Roter gelungen. Die Cuvée aus 60 Prozent Syrah und 40 Prozent Grenache
Noir nimmt die Nase mit ihren vielschichtigen Aromen sofort gefangen und streichelt den Gaumen mit üppiger Frucht und samtweichen Tanninen. Beim Concours Mondial
de Bruxelles gab es dafür die Große Goldmedaille.
52020
Vins Pierre Richard - Château Bel Évèque 2013, Corbiéres AOC
Großes Kino - Château Bel Evêque
Den Ü-50ern unter Ihnen ist Pierre Richard sicher noch als "der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" bekannt. Die wenigsten aber wissen zumindest diesseits
des Rheins, dass dem Leinwand-Tollpatsch vom Dienst als Winzer der Sprung ins Charakterfach gelungen ist. Auf seinem Weingut im Corbières macht der inzwischen
ergraute Blonde jetzt wirklich großes Kino. Sein 2013er Château Bel Evêque ist selbst für Kenner des Corbières eine Offenbarung. So viel Eleganz und Finesse
ist uns bei einem Roten aus dem Languedoc selten begegnet. Allein die Nase mit Aromen von Lakritz, schwarzen Trüffeln, Baumharz und Garrigue kann empfängliche
Gemüter einen ganzen Abend beschäftigen. Am Gaumen erweist sich die Cuvée aus 40 Prozent Mourvèdre, 30 Prozent Syrah, 20 Prozent Grenache und 10 Prozent
Carignan nicht weniger komplex. Die noblen Tannine verheißen diesem großen Rotwein ein Lagerpotenzial von mehr als zehn Jahren. Und wenn Sie meinen, dass es
dazu keine Steigerung mehr geben kann, dann probieren Monsieur Richards Cuvée Cardinal. Sie werden staunen.
12140
Château le Gravillot 2011, Lalande de Pomerol AOC
Aufgepasst - Château Le Gravillot
Bordeaux-Freunde, aufgepasst! Hier kommt ein großer Wein zum fairen Kurs. Vincent Brunot hat mit seinem Lalande de Pomerol in dem komplizierten Jahrgang 2011 sein
Meisterstück abgeliefert. Dank penibler Pflege und Auslese während der gesamten Vegetationsperiode ist dem diplomierten Önologen der Universität Bordeaux dem
chaotischen Witterungsverlauf zum Trotz ein Wein auf dem Niveau des gefeierten Vorjahrgangs gelungen. In unserer Verkostung bewegte sich der Rote aus 100 Prozent
Merlot auf Augenhöhe mit den gefeierten Gewächsen aus dem benachbarten Pomerol - zu einem Drittel des Preises. Er beginnt bereits sich zu öffnen und zeigt sich
in der Nase wie am Gaumen schon jetzt außerordentlich komplex, wird sich aber in den nächsten Jahren sicher noch sehr positiv entwickeln. Ein Geheimtipp für
Bordeaux-Liebhaber, die nicht bereit sind, jeden Preis zu bezahlen.
72216
Ariola Vigne e Vini, Lambrusco Amabile Calicella IGP
Erwachsen - Ariola Vigne e Vini
Warum denken wir bei "Lambrusco" immer nur an Jugendsünden und nicht an Schinken und Käse. In seiner Heimat rund um Parma gehört der sprudelnde Rote bis heute auf
den Tisch wie das Amen in die Kirche - und auch dort sind die Menschen älter geworden.
Ist unser mahnendes Angedenken am Ende nur der seinerzeit preisbedingten Qualität und der Dosis geschuldet? Der Lambrusco Amabile "Terre di Calicella" der vielfach
prämierten Kellerei Ariola ist in dieser Hinsicht auf jeden Fall erwachsen und wirft Sie mit nur sieben Prozent Alkohol auch nicht so schnell aus der Bahn.
Mit seinem ausgewogenen Süße-/Säure-Spiel, der üppigen Frucht von dunklen Waldbeeren und der feinen Bitternote passt er natürlich wunderbar zu Fruchtkuchen
und anderen Desserts. In der Emilia trinkt man ihn aber auch gerne zur Frittata oder Wurst- und Schinkenplatte. Versuchen Sie es doch mal wieder.
74881
Vecchia Torre Leverano 2013, Leverano Rosso DOP
Gastfreundlich - Cantina Vecchia Torre
Ob Sie nun eine klassische Lasagne im Ofen oder ein kräftiges Schmorgericht im Topf haben, der Leverano Rosso der Genossenschaftskellerei Vecchia Torre ist das Mittel
der Wahl. Die Cuvée aus 85 Prozent Negroamaro und 15 Prozent Malvasia nera ist nicht zu schwer, zeigt aber durchaus Substanz und gefällt mit ihrer saftigen
Kirschfrucht sicher nicht nur dem Koch. Seien Sie deshalb vorsichtig, wenn die Bolognese zwei Stunden vor sich hin köchelt, oder kaufen Sie gleich eine Flasche mehr.
Der gastfreundliche Rote hat vor einigen Jahren vom Gambero Rosso einen Oscar für sein Preis-/Qualitätsverhältnis bekommen - und das überzeugt auch beim aktuellen
Jahrgang.
74880
Vigne di Sammarco 2013, Primitivo di Manduria DOP
Mehrheitsfähig - Le Vigne di Sammarco
Wenn Sie beim Stichwort "Primitivo" zuerst an Montagsdemos zum "Schutz des Abendlands" denken, dann sind Sie auf dem südlichen Auge blind. Ganz unten in Italien,
ungefähr auf halber Höhe des Absatzes, ist nämlich eine wunderbare und uralte Rebsorte zu Hause, die auf diesen merkwürdigen Namen hört und in jeder Hinsicht
mehrheitsfähige Rotweine gebiert. Der warme, samtweiche Primitivo di Manduria der Familie Rizello etwa wird nicht nur Mutti, sondern auch Vati gefallen.
Mit seiner dichten Frucht von reifen Kirschen und Pflaumen sowie feinen Kakao- und Vanillenoten passt er bestens auf den festlich gedeckten Tisch und sorgt
selbst beim heranwachsenden Nachwuchs für freundliche Stimmung.
80738
Covinca Terrai OVG Garnacha 2014, Cariñena DO
Fruchtig - Terrai OVG
Freunde fruchtbetonter, vollmundiger Rotweine werden sofort hellhörig, wenn sie erst wissen, was sich hinter dem kryptischen Kürzel OVG verbirgt: nämlich ein Grenache
oder Garnacha, wie er in Spanien heißt, von sehr alten Rebstöcken (Old Vines Garnacha). Tatsächlich hütet die kleine Kooperative in der DO Cariñena einige der
ältesten Garnacha-Reben in Spanien, die dank ihres geringen Ertrags und ihrer tief reichenden Wurzeln wunderbar aromatische Trauben liefern. Es ist also
keineswegs paradox, dass daraus ein Rotwein mit so viel jugendlich frischer Frucht von schwarzen und roten Beeren wird. Der zurückhaltende Ausbau im Barrique
verleiht ihm dabei die nötige Struktur und herrlich seidige Tannine.
80739
Artiga Fustel Mirone Garnacha-Tempranillo 2014, Campo de Borja DO
Extrafrucht - Artiga & Fustel
Darf's ein Schüppchen mehr sein? Den Mirone Tinto von Artiga & Fustel haben wir Ihnen schon vor einiger Zeit vorgestellt: hundert Prozent Frucht, null Prozent
eckige Tannine und anders als alles, was man aus Spanien so kennt. Jetzt haben die Jungdynamiker aus dem Penedès mit dem neuen Jahrgang wieder zugeschlagen.
Die Cuvée aus 80 Prozent Garnacha und 20 Prozent Tempranillo legt noch einen drauf: mehr Frucht, mehr Saft und damit keine Langeweile aufkommt, eine Spur
schwarzer Pfeffer und dunkle Schokolade im Hintergrund. Nur mit den Tanninen waren sie wieder ausgesprochen knauserig.
Die Weine sind bei unseren Partnern erhältlich.
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